Ich habe das Gefühl, die Welt zerreißt mich.
Ich habe mich in der Bahnhofsmission mit T angefreundet.
Er kommt auch aus der ehemaligen DDR und ist einer der wenigen dort, die Ahnung von Technik haben.
T hat dieses Jahr seinen Vater verloren.
Den letzten Familienangehörigen.
Er hat keine Frau, keine Kinder, keine Geschwister.
Seine Mutter ist schon lange tot.
Er ist jetzt komplett allein auf der Welt.
B und ich haben uns in einer Umschulungsmaßnahme kennengelernt und und in der Ludwig-Noll-Klinik wiedergetroffen.
Wir haben uns angefreundet.
Jetzt geht es ihr wieder sehr, sehr schlecht und sie ist wieder in der Ludwig-Noll.
F hat Schizophrenie.
Er war Praktikant in der Bahnhofsmission.
Ein intelligenter, netter, junger Mann.
Wir haben uns angefreundet, weil er Hilfe bei Elektrotechnik in seinem Studium gebraucht hat.
Eine Psychose hat sich angekündigt.
Vor ca. 3 Wochen war es so schlimm, dass er freiwillig in die Vitos in die Geschlossene gegangen ist.
Ich habe seinen Eltern versprochen, dass ich ihn regelmäßig besuche, weil sie weit weg wohnen.
Wenn ich ihn besuche, ist er in einer komplett anderen Welt und erzählt absolut unlogisches Zeug.
Er ist ein völlig anderer Mensch.
Ich erkenne ihn nicht wieder.
Es ist kaum zu ertragen, ihn so zu sehen.
Ich bin mit A seit 13 Jahren befreundet.
Ihr Sohn ist 3 Wochen jünger als Ansgar.
Die 2. Tochter macht dieses Jahr ihren Realschulabschluss, jetzt ist bereits die heiße Lernphase.
Dienstag vor einer Woche hat A mich abends gefragt, ob ich ihren Hund in den Garten lassen könne.
Normalerweise ist immer jemand zuhause, immerhin haben sie und ihr Mann 3 Kinder.
Sie waren alle im Krankenhaus, sie und die Kinder als Besucher, ihr Mann als Patient nach einem schweren Herzinfarkt.
Es ging jetzt 10 Tage lang auf und ab, mit guten Nachrichten und schlechten Nachrichten, die sich abgewechselt haben.
Seit Freitag ist sie Witwe.
Sie ist 47, so wie ihr Mann.
2 der 3 Kinder sind noch minderjährig.
Er war der Hauptverdiener.
Weder sie noch er haben noch Eltern.
Ansgar sollte dieses Jahr seinen Hauptschulabschluss machen.
Seine Lehrerin hat mich immer wieder angesprochen, dass er sich nicht ausreichend in der Schule vorbereitet.
Ich müsste zuhause mit ihm arbeiten.
Seit 2 Wochen haben ich starke Bauchschmerzen und Durchfall.
Ich mag alle.
Und alle hätten es verdient, dass ich mich auf sie konzentriere und ganz für sie da bin.
Ich möchte keinen hängen lassen.
Ich kann mich um keinen so kümmern, wie er das verdient hat.

Meine liebe Anita!
Pass gut auf dich auf. Nur wenn du stark und gesundet bist, kannst du Anderen helfen.
Ansgar schafft es auch noch den Ernst des Lernens zu verstehen. Manchmal dauert es länger.
Unser Leander hat mit Mühe und Not den HS geschafft, lernt jetzt seit September Tischler/Holzfacharbeiter und liebt neuerdings die Berufsschule. Wir sind darüber alle sehr erfreut.
Gute Grüße und Gedanken an Dich!
Liebe Anita, was Gabriele sagt: pass auf Dich auf, damit Du für diese Menschen dasein kannst.
Du bist ein toller Mensch, WEIL Du Dich kümmerst.
Wir leben in irgendwie schlimmen Zeiten, umso mehr bin ich auch dankbar für die Blase, in der ich leben darf und auch ich versuche für Familie und Freunde dazusein, so gut ich kann.
Und ich bin sooo dankbar für meine Freunde und Kollegen.
Ich denk an Euch! Habt trotz allem schöne Ostertage!